Inkontinenz nach der Geburt
Urinverlust beim Sport trifft nicht nur ältere Frauen.

Inkontinenz nach der Geburt

Inkontinenz – ein heikles Thema

Es reden leider nur wenige über dieses Thema und ich hoffe, ich kann anderen Betroffenen mit meiner Geschichte helfen.

Nach der dritten Geburt hatte ich meine zweite Blasensenkung. Das bedeutete, dass mein Beckenboden quasi nicht mehr existierte und ich selbst beim Walken Urin verlor.

Die Angst hatte mich im Griff

Ich trug von da an beim Sport keine hellen Hosen mehr, weil ich Angst hatte, dass man Pipistellen sah. Und auch keine Hosen mit engem Bund, weil meine Blase dadurch zusammengedrückt wurde und ich auslief wie eine kaputte Wasserflasche. Bergab gehen war eine Katastrophe. Anfangs musste ich manche Runden nach 1 Kilometer abbrechen, obwohl ich dicke Slipeinlagen eingelegt hatte.

Es war kurz gefasst eine Katastrophe, da ich vor den Geburten Halbmarathon gelaufen bin. Eine unglaublich beschämende Situation für mich. Inkontinenz beim Sport mit Mitte 30, es war einfach nur schlimm für mich.

Keine Verbindung zum Beckenboden

Ich hatte den Bezug zu meinem Beckenboden komplett verloren, konnte ihn allein nicht trainieren. Physiotherapie half nicht, Konentraining schon dreimal nicht. Beim Frauenarzt fiel das Wort „Operation“, was mir einen Schock versetzte.

Ein Besuch in der Beckenbodenambulanz brachte die Rettung. Von da an trainierte ich mit einem entsprechenden Gerät. Die Inkontinenz bekam ich immer besser in den Griff.

Mit dem richtigen Training und viel Geduld ging es aufwärts. Langsam. Ganz langsam. Jahrelang dauerte der Prozess.

Nach so langer Zeit ein Erfolg

3 Jahre nach der letzten Geburt bin ich diese Woche nun zum ersten Mal 8 Kilometer am Stück gejoggt. Ohne Zwischenfälle. (Nur das Knie tat etwas weh, aber das liegt am Alter.) Die Inkontinenz scheint zur Zeit in die Schranken gewiesen zu sein.

Auf keinen Halbmarathon unter zwei Stunden bin ich so stolz wie auf diese 8 km. So lange habe ich davon geträumt, so viel investiert, damit es besser wird. Es scheint sich zu lohnen, das tut mir unendlich gut.

Und ich möchte allen Mut machen, deren Beckenboden auch schlecht ist: Es gibt viele tolle Behandlungsmöglichkeiten. Bitte akzeptiert euer Schicksal nicht, sondern werdet aktiv. Es lohnt sich.

Eine Beckenbodenambulanz ist in jedem Fall ein Besuch, der euch helfen wird. Ansonsten gibt es Physiotherapeutinnen, die sich auf Inkontinenz und Beckenbodenprobleme spezialisiert haben. Fragt eure Hebamme, euren Frauenarzt, erkundigt euch bei der Leiterin eures Rückbildungskurses – es gibt viele Stellen, die euch helfen können.

Wichtig ist es, sich zu trauen und aktiv zu werden – denn nur dann kann es besser werden.

Liebe Grüße,
eure Miri

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Mein zweiter Ratgeber „Nicht Makellos, aber perfekt“
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